„Alle haben jetzt Tablets – und nun?“
Diese Frage hören wir von Eltern und Schüler:innen immer wieder. Gleichzeitig wird in Medien und Politik viel über Digitalisierung an Schulen diskutiert: Chancen, Risiken, Ausstattung, Datenschutz.
Mit diesem Beitrag möchten wir zeigen, was Digitalisierung an der Lisa-Tetzner-Schule konkret bedeutet, wie sich der Unterricht verändert – und was Eltern dazu wissen sollten.
Was heißt Digitalisierung bei uns überhaupt?
Digitalisierung an der LTS bedeutet nicht, dass der Unterricht nur noch vor Bildschirmen stattfindet.
Für uns heißt Digitalisierung:
- analoge und digitale Methoden sinnvoll zu verbinden,
- Medienkompetenz Schritt für Schritt aufzubauen,
- Schüler:innen auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, in der digitale Werkzeuge selbstverständlich sind.
Dazu nutzen wir unter anderem:
- iPads als schulische Arbeitsgeräte ab den höheren Jahrgängen (schrittweise früherer Einsatz),
- ein zentrales MDM-System (jamf School),
- Apple TV, Activeboards und weitere Präsentationstechnik in den Klassenräumen,
- digitale Werkzeuge für Recherche, Präsentation, Kollaboration und Übung.
Was ändert sich im Unterricht wirklich?
Digitalisierung ist bei uns kein Selbstzweck, sondern soll den Unterricht besser machen. Einige Beispiele:
- Im Fach Deutsch werden Texte nicht nur gelesen, sondern auch gemeinsam digital bearbeitet – zum Beispiel mit Markierungen, Kommentaren oder eigenen Audioaufnahmen.
- Im Fach Englisch kann Aussprache mit Hilfe von Hörbeispielen, Sprachaufnahmen und Videoformaten geübt werden – Schüler:innen hören sich selbst und verbessern sich gezielt.
- In den Naturwissenschaften helfen Apps, Experimente zu dokumentieren, Messwerte zu erfassen und Ergebnisse anschaulich auszuwerten.
- In GPE (Geschichte/Politik/Erdkunde) ermöglicht der Einsatz von Tablets, Quellen zu recherchieren, Kartenmaterial zu vergleichen oder kleine Erklärvideos zu erstellen.
- In Hauswirtschaft oder Technik können Rezepte, Bauanleitungen oder Sicherheitshinweise schnell bereitgestellt und mit Fotos oder Videos dokumentiert werden.
Wichtig ist uns: Die Geräte ersetzen keine Lehrkraft – sie sind Werkzeuge, mit denen wir anders arbeiten können: individueller, anschaulicher und teilweise auch selbstständiger.
Schutz, Struktur und Medienkompetenz – nicht alles läuft „einfach so“
Ein häufiges Elternanliegen lautet:
„Was ist mit Ablenkung, Spielen, Social Media?“
Dazu drei klare Punkte:
1. MDM-Verwaltung
Die schuleigenen iPads sind über ein MDM-System verwaltet. Das bedeutet:
- Apps für den Schulalltag werden zentral installiert.
- Es gibt klare Vorgaben, welche Anwendungen im Unterricht genutzt werden.
- Eine eigene Apple-ID ist für die schulische Nutzung nicht zwingend notwendig.
2. Regeln im Unterricht
Wie jedes andere Arbeitsmittel haben auch digitale Geräte klare Einsatzregeln:
- Wenn das iPad zu ist, ist es zu.
- Wenn die Lehrkraft eine Aufgabe stellt, steht diese im Vordergrund – nicht eine andere App.
- Störungen und Missbrauch werden wie andere Regelverstöße auch thematisiert.
3. Medienkompetenz als Lernziel
Geräte nur „zu verbieten“ ist keine langfristige Lösung. Wir möchten, dass Schüler:innen lernen:
- Informationen im Internet zu bewerten,
- Quellen zu hinterfragen,
- respektvoll zu kommunizieren,
- Grenzen zu erkennen – auch ihre eigenen.
Digitalisierung heißt also bei uns: Technik plus Haltung plus Regeln.
Was bedeutet das für Eltern?
Für Eltern stellen sich oft sehr praktische Fragen:
- „Muss ich technisch alles verstehen?“
- „Wie kann ich zu Hause unterstützen – ohne IT-Expert:in zu sein?“
- „Was ist, wenn Geräte kaputtgehen oder nicht funktionieren?“
Unsere Haltung dazu:
- Sie müssen keine Technikprofis sein. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Kind im Gespräch bleiben:
- Wie nutzt du dein Gerät?
- Was klappt gut, wo hakt es?
- Fühlst du dich überfordert oder unter Druck?
- Sie dürfen uns jederzeit ansprechen – Klassenleitungen, Fachlehrkräfte, Beratungslehrkraft oder Schulleitung unterstützen bei Fragen rund um Organisation und Nutzung.
- Wenn es technische Probleme gibt, suchen wir gemeinsam nach Lösungen – im Rahmen der schulischen Möglichkeiten.
Warum wir Digitalisierung trotz aller Diskussionen wichtig finden
Unsere Schüler:innen wachsen in einer Welt auf, in der:
- Bewerbungen online geschrieben und verschickt werden,
- Informationssuche nahezu immer digital startet,
- Berufe fast überall digitale Komponenten haben – von der Pflege bis zur Industrie.
Wir möchten, dass unsere Schüler:innen:
- Werkzeuge bedienen können,
- kritisch denken, statt alles zu glauben, was im Netz steht,
- selbstbewusst auftreten, wenn sie präsentieren, dokumentieren oder im Team arbeiten.
Digitalisierung an der LTS ist deshalb kein kurzfristiger Trend, sondern ein wichtiger Baustein dafür, dass unsere Schüler:innen gut vorbereitet in ihre Zukunft starten.
Und wie geht es weiter?
Digitalisierung ist kein fertiges Projekt, sondern ein Prozess. Wir:
- evaluieren regelmäßig, wie der iPad-Einsatz funktioniert,
- passen Unterricht und Materialien an,
- bilden uns als Kollegium weiter und tauschen Erfahrungen aus,
- bleiben mit Eltern- und Schülervertretungen im Gespräch.
Wenn Sie als Eltern Anregungen, Sorgen oder Fragen haben – kommen Sie gern auf uns zu.
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass aus „Digitalisierung“ nicht nur ein Schlagwort, sondern ein erlebbarer Mehrwert im Schulalltag wird.
Ihre
Lisa-Tetzner-Schule Barsinghausen

